12.10.2017 dw.com "US-Präsident Trump dementiert verärgert einen Bericht über seine Position zu Atomwaffen. Am liebsten würde er NBC und anderen TV-Sendern die Lizenzen entziehen. Das dürfte schwierig werden."

Der Zwang zur Gemeinsamkeit: Politiker und Medien 
Das Problem ist nicht neu: Politiker fühlen sich durch die Printmedien und durch das Fernsahen nicht richtig dargestellt. Das ist eine lange Geschichte in Deutschland. Helmut Kohl  hat  nur ganz bestimmte Journalisten zum Interview gebeten. Medienschelte ist  in Deutschland auch nicht unbekannt. Das sind Randerscheinungen, persönliche Empfindlichkeiten auf der Politikerseite.

Auf der Journalistenseite ist man sich auch nicht immer grün. Die Medien stehen im Konkurrenzkampf. Da wird schon mal etwas übertrieben. Es ist nicht die Aufgabe der Medien , Politik zu machen, es ist Aufgabe der Medien über Politik zu berichten. Es  kommt  dann doch schon mal vor, dass Medien über das Ziel hinausschiessen und doch in die Politik der einen oder anderen Seite eingreifen. 



Das Internet  hat  in den vergangenen Jahren an Bedeutung. gewonnen. Die junge Generation meidet Zeitung und Fernsehen und  nimmt  im Internet  selbst  zu politischen Themen Stellung. Fake News sind an der Tagesordnung. Eine Kontrolle findet nicht statt. Das soll zwar anders werden, aber es ist schwer, will man nicht dort landen, wo China und Russland mit ihrer Medienzensur längst sind. Dennoch reizt das Medium die Politiker. Sie brauchen auch nicht selbst in die Tastatur greifen, dass machen ihre Spezialisten. Es geht in Internet darum, eine bestimmte Richtung immer wieder auf den Bildschirm zu bringen. Die Kampagnen können ausgewertet werden. Es ist für Politiker auch viel bequemer, als auf zugigen Plätzen  und in zugigen Zelten ausgepfiffen zu werden. Das Internet schont  Stimme und Nerven und darauf kommt es an.

Trump und die Medien, dass ist eine Historie der besonderen Art. Es ist bekannnt, dass der amerikanische Journalismus  besonders ruppig und häufig auch ausgesprochen einseitig ist. Trump ist auch kein Weichei, er keilt zurück, wenn ihm etwas nicht passt. Für die Medien ist Trump eine Goldgrube, über Trump lässt sich morgens, mittags und abends berichten, mal auf der Linie Trumps, dann schroff gegen Trump.

Der US-Präsident ist kein Neuling im Mediengeschäft . .Als US-Präsident hätte Trump gerne mehr Rückenwind durch die Medien. Aber die denken gar nicht daran, sich zu mäßigen. Deshalb sind Meldungen, wonach Trump die Absicht habe, unloyalen Medien die Lizenz zu entziehen , sehr mit Vorsicht zu genießen. Amerika bleibt ein freies Land in  Sachen Meinungsäußerung. Das weiß Trump genau, er wird sich mehr Mühe geben, dass Medienspektakel in seinem Sinne zu gestalten. My