Wahl in Italien
Die Zeche zahlt auch Europa

Stand: 05.03.2018 19:34 Uhr
Der Ausgang der Wahl im Italien entsprach den Vorhersagen. Die Wähler haben rechts gewählt und sie werden eine rechte Regierung bekommen. Breit gemacht haben sich die Parteifeinde des europäischen Gedankens. Die Wahl hat die EU getroffen und das sollte sie wohl auch. Die Sozialdemokraten sind die offensichtlichen Verlierer der Wahl, Parteichef Renzi hat seinen Rücktritt angeboten. 

Es ist jetzt wieder die hohe Zeit, dem politischen Establishment in Italien die Schuld in die Schuhe zu schieben. Weil angeblich Politik ein schmutziges Geschäft ist. Weil die Politiker in Italien gut bezahlt werden und doch schlechte Politik machen. Es besteht seit Jahrzehnten eine unheilvolle Drift weg zu soliden politischen Verhältnissen. Der Wähler ist zwar der Souverän, wie es in der Demokratie üblich ist. Aber unschuldig an der Situation, die so ist, wie sie ist, sind die italienischen Wähler nicht. Sie sind schuldig und unschuldig in einer Person. Weil den Italienern eine bewusste soziale Ader fehlt, kommt es immer wieder zu politischen Verwerfungen. Erst kommt der Familienclan, dann kommt eine ganze Zeit gar nichts und dann kommt das Gemeinwohl, nach Möglichkeit soll da mehr bei herauskommen, als hineingesteckt wird. 

Mit der politischen Grundeinstellung der Italiener ist schlecht ein funktionierender Staat zu machen. Angenommen, dass politische Establishment würde sich verdrücken, was wäre damit gewonnen? Richtig, gar nichts!Schuld haben in Italien immer die anderen Mitbürger. Das Wahlverhalten trägt anarchische Züge, obwohl die Richtung klar nach rechts geht. Da warten schon die neuen Populisten auf ihre Klientel. Nicht in Frankreich ist der Weg zu den Rechtsaußen gewählt worden, nicht in Deutschland, aber jetzt in Italien, dem Urgestein der römischen Verträge , erhält die Europaidee einen kräftigen Knacks. 

Den Italienern ist nicht zu helfen, sie müssen die Suppe selbst auslöffeln, die sie sich selbst eingebrockt haben. Mitleid ist auch nicht angebracht, die Italiener sollen durch die EU für ihr schändliches Wahlverhalten nicht noch belohnt werden. Italien, wohin gehst du? My