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Netanyahu bei Merkel :  Überzeugungstour gegen den Iran

 

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Das wird keine einfache Werbetour in Deutschland werden. Der Israeli kommt mit vollendeten Tatsachen. Die Europäer kassieren reihenweise politische Niederlagen. Das bockt ihnen der amerikanische Präsident ein, doch Israel ist schon vorzeitig auf den US-Kurs eingeschwenkt. Insbesondere der Atomvertrag mit dem Iran möchte Bundeskanzlerin Merkel erhalten. Netanyahu war schon immer strickt gegen den Vertrag. Es ist eine "Zumutung" wie der amerikanische Präsident mit den Europäern umspringt. Von Verhandlungen keine Spur. Der amerikanische Präsident ordnet  an und damit ist die Sache entschieden. Der Einfluss der Europäer auf Trump ist bei Null angelangt.

 

Und da kommt sein treuester Verbündeter und  will gute Miene zum unwürdigen Spiel machen. Er will nicht weniger, dass Deutschland seine Hoffnung auf die Fortführung des Atomabkommens mit dem Iran begräbt. Es sollen 10 009 deutsche Firmen sein, die im Iran Geschäfte machen wollen. Trump hat es strikt verboten. Wer sich nicht daran hält, braucht sich in den USA gar nicht erst blicken lassen. Nicht nur das. Trump erwartet von Deutschland Nibelungentreue auf Befehl. Der Iran bekommt amerikanische Wirtschaftssanktionen zu spüren, die es in sich haben. Das bekommt auch Deutschland zu spüren. Die Zollschranken für deutsche Autos in Amerika sind ein Mittel, die deutsche Regierung auf amerikanischen Kurs zu bringen. Ohne Verhandlungen. Netanyahu ist der Überbringer der Nachricht, dass die USA und und Israel  sich den Iran vorknöpfen werden, bis der Iran kapituliert oder bis es zum Krieg kommt. Israel und die USA wollen die Mullahs stürzen, koste es was es wolle. Da soll ihnen kein europäischer Staat dazwischenfunken. 

Es ist nicht ungeschickt von Trump.,dass Netanyahu nach Berlin, Paris und London reist. Den israelischen Präsidenten kann Kanzlerin Merkel nicht einfach vor die Tür setzen. Es werden keine Gespräche, es werden Monologe in "guter Atmosphäre". Es ist nicht ungeschickt von Trump, dass Netanyahu erst einmal nach Berlin kommt. Das ist der härteste Brocken. Zum Abschluss seiner Goodwillreise konferiert Netanyahu mit Frau May. Da ist die Situation schon viel entspannter. Er wird Frau May beglückwünschen, dass England die EU verlässt. Er wird von Frau May die Zusicherung erhalten, dass England an der Seite der USA kämpfen wird, so wie sie es bisher schon getan haben. Ob die Brachialmethoden in Berlin Spuren hinterlassen, wird sich erst in Monaten zeigen. Die Kanzlerin kann nicht und will nicht auf den fahrenden Zug aufspringen. Sie wird die Annäherung an die US-Vorgaben stückweise verkaufen . Deutschland steht beim Iranabkommen an letzter Stelle im Protokoll. Die Kanzlerin wird keine besonderen Beziehungen zum Iran halten können. Da werden Netanyahu und Trump sehr genau hinsehen.

 

 

Richard Grenell official photo